27. März 2025

Stellenabbau, Rechtsstreit und peinliche Fehler

Krise und kein Ende: Die große RBB-Demmerung

Ulrike Demmer sollte den RBB in eine neue Zeit führen, nun holen sie die Geister der Vergangenheit ein. Nach der fehlerhaften Gelbhaar-Berichterstattung und der Ankündigung einer neuen Sparrunde ist die Stimmung im Sender im Keller. Und jetzt macht man auch noch die Kantinen dicht. […]

Seit September 2023 ist die ehemalige stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung Intendantin des Rundfunk Berlin-Brandenburgs (RBB) und soll als solche das Unternehmen nach der skandalträchtigen Schlesinger-Zeit wieder auf Kurs bringen. Das läuft nun seit eineinhalb Jahren holprig, schon bei ihrer Wahl im Sommer 2023 musste Demmer lange zittern. Selbst als sie im dritten Wahldurchgang alleine antrat, erhielt sie nicht die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit, im vierten Anlauf klappte es schließlich doch.

Doch wer glaubte, es würde beim RBB mit der neuen Intendantin ruhiger werden, der wurde in den zurückliegenden Wochen und Monaten eines besseren belehrt. Demmer rotiert aktuell wie wohl keine andere ARD-Intendantin und muss gefühlt an allen Ecken und Enden Brände löschen, die eigentlich schon einzeln für ein ganzes Intendantenleben reichen würden. […]

Der RBB wollte auf Nummer sicher gehen und beauftragte das Beratungsunternehmen Deloitte und den Journalisten Stephan Wels mit der Aufarbeitung. Es war gleichzeitig eine Bankrotterklärung. Wäre man ein starker und selbstbewusster Sender, hätte man diese Sache ohne weiteres im eigenen Haus aufarbeiten können. […]

Die Skandale nehmen kein Ende, der Sender kommt nicht aus der Schusslinie – auch die Verpflichtung von Peter Parycek als Change Manager sorgte gerade wieder für unschöne Schlagzeilen. Ihnen deämmert: Die Talsohle ist noch nicht erreicht. Das neuerlich angekündigte Sparprogramm hat nun zusätzlich für Verunsicherung gesorgt, denn Transparenz gibt es nur vordergründig. Der RBB hat zwar öffentlich angekündigt, dass man eine “Absenkung der Personal- und Honoraraufwände um 22 Millionen Euro plant”, in den Details wird es aber kompliziert. […]

Hört man sich bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des RBB um, berichten diese von einer extrem schlechten Stimmung, weil niemand wisse, wie man die Ankündigung verstehen soll. So ist auch mehrere Wochen nach der Ankündigung der Einsparungen unklar, wo das Geld eingespart werden soll – und welche Kolleginnen und Kollegen es treffen wird.

https://www.dwdl.de/magazin/101802/krise_und_kein_ende_die_grosse_rbbdemmerung/

Hinweis der Redaktion: Wenn der rbb seine Zahlungen in die GSEA um 10 Prozent reduzieren könnte, würde er ca. 10 Mio. Euro im Jahr freisetzen. Aus den GSEA werden u.a. die degeto und die SportA finanziert. Allerdings müsste sich dazu die ARD (zum Teil ZDF du Deutschlandradio) einigen, die Kosten einzelner Einrichtungen der GSEA zu senken.

 

Quelle: DIMBB Medien

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