Die RTL Group hat ihren Jahresbericht zum vergangenen Geschäftsjahr 2024 vorgestellt. Wie die private Konkurrenz von ProSiebenSat.1 Media SE musste RTL ein schwaches viertes Quartal durch einen lahmenden Werbemarkt verkraften. Daher fiel das Wachstum bei RTL 2024 deutlich kleiner aus als im Vorjahr.
Aktuell sei die gesamtwirtschaftliche Lage jedenfalls noch “alles andere als rosig”, konstatierte Thomas Rabe, CEO der RTL Group bei der Telefonkonferenz im Anschluss an die Vorlage der Geschäftszahlen. Doch die “massiven überfälligen Investitionsprogramme”, die sich jetzt ankündigen, “können einen wirtschaftlichen Schub auslösen, der sich auch auf unsere Geschäfte auswirken wird”, hofft Rabe, der darauf verwies, dass das Werbegeschäft stark mit der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung korreliere.
Aktuell liege man in Sachen Werbeumsatz zum Jahresstart in etwa auf Vorjahres-Niveau – was schon eine verhalten positive Nachricht ist, nachdem man im 4. Quartal die Vorjahreszahlen noch weit unterboten hatte. Im März dürfte es wegen des späteren Osterfestes aber schon wieder schwieriger aussehen, der April dann im Gegenzug leicht profitieren. Darüber hinaus gebe es leider “keine Visibilität” – sprich: eine Prognose traut man sich da kaum zu.
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Die RTL Group hat ihre Geschäftszahlen für 2024 vorgelegt. Demnach erwirtschaftete man einen Gesamtumsatz von 6,254 Milliarden Euro, das war ein minimales Wachstum von 20 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr und lag im Rahmen der im November nach unten korrigierten Erwartungen. Auch das Adjusted EBITA (also der angepasste Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) lag mit 721 Millionen Euro im Rahmen der Erwartungen, fiel aber um rund 61 Millionen Euro niedriger aus als ein Jahr zuvor. Unterm Strich lag das Konzernergebnis bei 555 Millionen Euro nach knapp 600 Millionen Euro ein Jahr zuvor.
Dass die RTL Group kein Wachstum verzeichnen konnte, lag an der schlechten Entwicklung des Werbemarktes im Jahresverlauf.
Die Anzahl der zahlenden Abonnenten beim Streamer RTL+ stieg in der 2024-Bilanz um 22,7 Prozent auf 6,061 Millionen (31. Dezember 2023: 4,941 Millionen). Dabei trugen vor allem die Partnerschaft mit der Deutschen Telekom bei Magenta TV sowie Inhalte wie „Du gewinnst hier nicht die Million bei Stefan Raab“ zum Erfolg bei.
Weniger gut sieht es – wie in der Gesamt-Branche – bei den TV-Werbeumsätze aus. Sie blieben immerhin stabil bei 2.354 Millionen Euro – nach 2.368 Millionen Euro im Vorjahr. Das erste Halbjahr 2024 war positiv verlaufen, dann sanken die TV-Werbeumsätze der RTL Group im vierten Quartal 2024 um 6,4 Prozent auf 742 Millionen Euro. Wenn man die vierten Quartale vergleicht, ist der Einbruch deutlich: Der TV-Werbeumsatz lag im Q4/2023 noch bei 793 Millionen Euro.
Quelle: DIMBB Medien